7 up

Wie schon via Twitter angedroht habe ich heute bei herrlichen 25 °C Außen- und 28 °C Innentemperatur nicht etwa im Park gelesen oder endlich mal mein repariertes Fahrrad probegefahren, sondern die dringlichste aller Computer-Binsenweisheiten “Never change a running system” in den Wind geschlagen und das extrem neue Windows 7 auf meinem Hauptrechner installiert. Ich, der ich damals schon Windows 98 übelst verabscheut (“95 ist doch viel besser!”) und Vista komplett übersprungen habe, benutze jetzt ein System, das so neu ist, dass es erst in zwei Monaten überhaupt im Laden steht. Selbst als MSDNAA-Genießer musste ich mir die Installations-DVD aus einer per BitTorrent geladenen deutschen Ultimate-Version zurechtschnippeln, bevor ich die von der FH zur Verfügung gestellte Lizenz in meiner Muttersprache benutzen konnte.

Skurriles Detail in dem Zusammenhang: Die FH bietet neben der englischen Professional-Version von Windows 7 eine DVD mit Language Packs an, mit denen man die Sprache einer Windows-Installation nachträglich ändern kann. Dummerweise funktioniert genau das eben nicht mit der Professional-Version, sondern nur mit Windows 7 Enterprise oder Ultimate. Daher das oben erwähnte Rumgefrickel.

Die Installation selbst dauerte etwa eine Dreiviertelstunde – etwas überraschend für mich. Nicht ganz unvorsichtigerweise hatte ich mir das System im Vorfeld auf einem virtuellen PC installiert, was nur knapp 20 Minuten in Anspruch genommen hatte. Dass der “richtige” Rechner während der Installation aber zwei großzügige Pausen einlegte, in denen auf Bildschirm wie Festplatte mehrere Minuten lang so ziemlich gar nichts passierte, stand nicht auf dem Plan.

Davon abgesehen verlief die ganze Konfiguration erstaunlich stressfrei, weshalb ich euch die Einzelheiten ab hier erspare und nur ein paar vollkommen unzusammenhängende Dinge aufliste, die mir seitdem aufgefallen sind.

  • Die Aero-Snap-Funktion, die ein Fenster automatisch auf die halbe Bildschirmbreite einpasst, wenn man es an den linken oder rechten Bildschirmrand zieht, ist herrlich nutzlos, wenn man zwei Monitore nebeneinander hat, denn auf der Grenze zwischen den Bildschirmen funktioniert sie nicht. [Nachtrag: Mit Windows-Taste und Links/Rechts funktioniert es doch. Glück gehabt.]
  • Der seit Vista eingeführte neue Soundmixer, der jedem Programm mit Soundausgabe einen eigenen Regler zuweist, ist ein Segen sondergleichen: Ich kann endlich TweetDeck etwas leiser drehen, ohne dass Miranda dadurch unhörbar wird. Ganz großartig.
  • Die neue Taskleiste ist gewöhnungsbedürftig, aber ich habe jetzt schon kein Bedürfnis mehr, sie auf die dreifache Breite zu ziehen, wie noch bei Windows XP.
  • Alte Hardware ist nicht so gut geeignet. Treiber für meine Webcam gibt es nicht und wird es nie mehr geben, genau wie für die Tastatur. Letztere funktioniert wenigstens noch eingeschränkt.
  • Die Taskvorschau beim Mouseover (sehr nützlich auch am Microsoft-Stand auf der Gamescom) ist sehr praktisch bei Programminstallationen.
  • Meine Soundkarte ist unter Windows 7 kurioserweise etwa viermal so laut wie unter Windows XP.
  • C&C Alarmstufe Rot 3 läuft genauso flüssig wie gestern. Sehr gut.
  • Die meisten Windows-Gadgets sind ziemlicher Müll.
  • foobar2000 hat mich mit etwa 15 unbrauchbaren Plugins überrascht, nur weil ich 64 Bit benutze. Gut, dass ich die Plugins auch wirklich nicht brauche.
  • Man kommt sich wie der dämlichste Amateur vor, wenn man Vista nicht kennt und in 7 zunächst nichts auf die Kette bekommt. Zum Beispiel die Internetverbindung. Dabei ist es so viel einfacher als in XP, wenn man’s gerafft hat.

Naja, soviel zu Tag 1. Fortsetzung folgt.

1 Kommentar zu “7 up”

  1. Martin schrieb

    Oh, an Tag 2 ist der Rechner explodiert, kein Lebenszeichen mehr?!

    Interessant deine Rumfrickelei. Ich habe das hier gefunden wegen des gleichen Problems: http://froggie.sk/
    Konnte es leider noch nicht testen, weil die neue Festplatte noch nicht geliefert wurde. Dann clean install und hoffentlich ein powerboost.

    Beste Grüße!

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