Was mal jemand entwickeln sollte (Folge 02)

Willkommen zurück! Nach fast einem Dritteljahr ohne Blogeintrag funktioniert meine Tastatur endlich wieder. Anders kann, aber möchte ich jetzt nicht erklären, warum so lange nichts außer ein paar Twitter-Meldungen von mir zu lesen war. Immerhin: Mein Restleben läuft im Großen und Ganzen super, aber das gehört nicht hierher. Stattdessen noch ein paar gar nicht so absurde Ideen für Dinge, deren Fehlen mich schon des Öfteren geärgert hat.

Teflon-beschichtete Abflussrohre

Die bekannte Analogie, dass ein Computer, ganz gleich wie er ausgestattet sein mag, für die neuesten Programme immer ein kleines Bisschen zu langsam ist, ein kleines Bisschen zu wenig Speicher hat oder einfach generell ungeeignet ist, trifft auch auf Abflussrohre zu. Sie sind immer ein kleines Bisschen zu eng, und so sammelt sich über Wochen und Monate hinweg allerlei Zeug in ihnen an, die Masse verfestigt sich, Gashüllen entstehen, Lebewesen siedeln sich an, bilden Zivilisationen und starten ihre eigenen Blogs. Um solche Mikrokosmen wieder zu entfernen und aus der Dusche keinen Stausee zu machen, ist geradezu apokalyptische Härte notwendig, wenn der rote Rächer aus Gummi das pneumatische Jüngste Gericht durch die substanzhaltigen Sanitärleitungen fegen lässt.

Damit ich diese nervige und obendrein aufwändige Pflicht unnötig machen und die Einwohnerzahl meiner Wohnung drastisch verringern kann, wünsche ich mir anti-haft-beschichtete Abflussrohre, die schon die bloße Anhäufung einfachster Lebensformen wirksam unterbinden und so die drohende Gefahr einer submarinen Invasion erfolgreich bannen können. Es reicht schon, dass so viele Insekten meine Basis infiltrieren können.

Richtschall-Sirenen

Ich bin das, was man gemeinhin eine Nachteule nennt. Bin ich nicht von äußeren Umständen gezwungen, zu bestimmten Zeitpunkten an bestimmten Orten zu erscheinen, so verschiebt sich mein Schlafrhythmus mit schöner Regelmäßigkeit immer und immer weiter nach hinten. Das hat an sich schon einige Nachteile, aber wie um dem Schaden auch noch Spott folgen zu lassen, kommt zu der depressionsfördernden Dunkelheit nicht etwa die zu erwartende Ruhe, sondern ein allnächtliches Martinshornkonzert, das in Fehltiming und Disharmonie nur noch von Bratschen getoppt wird. Lautstärke und Häufigkeit sind dabei nach meinen Beobachtungen antiproportional zum Verkehrsaufkommen, und ich kann mir nur schwer vorstellen, dass es die vielen um 3 Uhr nachts schlafenden Menschen besonders interessiert, welches Auto gerade an ihrem Fenster vorbei fährt.

Wenn ich irgendwas bei der Polizei zu sagen hätte, würde ich mit sofortiger Wirkung Polizeisirenen und dergleichen ab 22 Uhr auf Zimmerlautstärke beschränken (sollen die sich mal an ihre eigenen Gesetze halten) oder akustische Signale einsetzen, die ihren Schalldruck ausschließlich auf die Straße richten. Der Rest braucht’s doch eh nicht zu wissen, und den Popularitätsschub gibt es gratis dazu. Win-Win!

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